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Suzan Çakar über Mokka, über Sparmaßnahmen und über im Hintergrund laufende Fernseher

Suzan Çakar über Mokka, über Sparmaßnahmen und über im Hintergrund laufende Fernseher

‧ 15m 14s

„Wir brauchen mehr Räume, die nahbar sind, wo wir uns austauschen können“, sagt Suzan Çakar. Die Moderatorin engagiert sich aufgrund ihrer eigenen kurdischen Biografie gegen Diskriminierung für eine menschlichere Gesellschaft. Als Mit-Gründerin des Kollektivs „We won’t shut up!“ organisiert sie jedes Jahr am internationalen Frauentag am 8. März ein Festival, das dem Empowerment von Frauen gewidmet ist. Zudem hostet sie die Gesprächsreihe „Auf einen Mokka mit Sue“ und lädt dazu Gäste mit einem migrantischen Hintergrund ein. Mittlerweile arbeitet Suzan Çakar dafür mit den Münchner Kammerspielen zusammen: im Habibi-Kiosk finden dort einmal im Monat Gespräche und Performances statt, die wenig gehörten...

Wolfgang Rathert über Herbert von Karajan, über moralische Verantwortung und über schnelle Tempi

Wolfgang Rathert über Herbert von Karajan, über moralische Verantwortung und über schnelle Tempi

‧ 15m 10s

„Als Künstler hat man eine Verantwortung – gerade, wenn man eine besondere Begabung hat“, sagt Wolfgang Rathert. Der Musikwissenschaftler und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München hat kürzlich eine Biografie des Dirigenten Herbert von Karajan veröffentlicht. Darin widmet er sich ausführlich und differenziert Karajans Aufstieg zu einem der bedeutendsten Musiker des 20. Jahrhunderts und analysiert sein Verhältnis zum Nationalsozialismus. Es geht um Fragen der künstlerischen Berufung, der Ethik und darum, wie Kunst und Politik als eigene Sphären miteinander verwoben sind. Dabei zeigt sich, welchen Einfluss die politische Haltung von Kunstschaffenden auf ihre Kunst haben kann.

Sandra Hoffmann-Rivero über Expressionismus, das Goldschlägerhandwerk und über neue Perspektiven

Sandra Hoffmann-Rivero über Expressionismus, das Goldschlägerhandwerk und über neue Perspektiven

‧ 15m 10s

„Natürlich wird Kunst immer wieder instrumentalisiert von allen Seiten“, sagt Sandra Hoffmann-Rivero. Als Leiterin des Kulturamts Schwabach plädiert sie für die Freiheit der Kunst, wie sie im Grundgesetz garantiert wird. Politik dürfe sich nicht in die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern einmischen und sie für ihre Zwecke missbrauchen. Um für ihre Anliegen Unterstützung zu finden, engagiert sich Hoffmann-Rivero auch als 2. Vorsitzende beim Verein Stadtkultur Bayern. Das Netzwerk kleiner und großer Gemeinden Bayerns bietet den Verantwortlichen in den Kulturämtern eine Plattform für Information und Austausch, um Kunst und Kultur durch aktuelle Krisen bestmöglich hindurchführen zu können.

Judith Egger über die Corona-Zeit, über Hasskommentare und über Schwellkörperforschung

Judith Egger über die Corona-Zeit, über Hasskommentare und über Schwellkörperforschung

‧ 15m 14s

„Ich versuche bei meinen Arbeiten über Leichtigkeit und Humor auch ernste Themen einzuschmuggeln“, sagt Judith Egger. Die bildende Künstlerin nutzt dazu verschiedene Formen künstlerischen Ausdrucks, von Installation über Performance bis hin zur Zeichnung oder Fotografie. Sie alle eint eine Botschaft: wenn wir nicht in Harmonie mit unserer Umwelt leben, zerstören wir unsere Lebensgrundlage und damit uns selbst. Um das in ihrer Kunst deutlich zu machen, lässt Judith Egger sich in ihren Projekten gerne von der Wissenschaft inspirieren. Denn entgegen landläufiger Ansicht hat diese ebenso wie die Kunst oftmals keine eindeutigen oder gar abschließenden Antworten auf alle Fragen, die uns bewegen....

Moritz Baßler über Tiktok-Videos, über gestresste Zahnärzte und über New Adult Romane

Moritz Baßler über Tiktok-Videos, über gestresste Zahnärzte und über New Adult Romane

‧ 14m 56s

„Wir hängen offenbar immer noch daran, dass es da einen Bereich der Kunst gibt, der sich nicht am Markt bewähren muss“, sagt Moritz Baßler. Der Literaturwissenschaftler und Germanistikprofessor an der Universität Münster beschäftigt sich in seiner Arbeit aber nicht nur mit einer solchen hochgeistigen Literatur, die nicht genug Leser hat, um auf die Förderung durch Preise und Stipendien ganz verzichten zu können. Baßler interessiert sich auch für popkulturelle Genres, die sich selbst finanzieren – und zwar sowohl im Bereich der Literatur als auch in der Musik. Die haben nämlich durchaus ihre eigene Komplexität: Sie sind stärker von Kontexten abhängig und...

Michaela Karl über Kriegsberichterstatter, über Isadora Duncan und über die Münchner Turmschreiber

Michaela Karl über Kriegsberichterstatter, über Isadora Duncan und über die Münchner Turmschreiber

‧ 14m 32s

„Jeder Mensch sollte sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen“, sagt Michaela Karl. Die Schriftstellerin ist überzeugt, dass man ohne diese Beschäftigung weder die Gegenwart verstehen, noch die Zukunft gestalten kann. In ihren äußerst anregend geschriebenen Biografien über spannende, von der Öffentlichkeit bislang wenig beachtete Persönlichkeiten spielt daher der geschichtliche, gesellschaftliche und politische Hintergrund eine wichtige Rolle. Er lässt nicht nur die Porträtierten mit ihren Stärken und Schwächen anschaulich hervortreten. Sondern er beschert den Leserinnen und Lesern auch Aha-Erlebnisse, wenn sich überraschende Bezüge zu unserer Zeit erkennen lassen.

Christian Schnurer über Greenpeace, über Joseph Beuys und über die ganz großen Themen

Christian Schnurer über Greenpeace, über Joseph Beuys und über die ganz großen Themen

‧ 15m 11s

„Ich glaube,
dass Kunst keine PR-Strategie ist“, sagt Christian Schnurer. Der
Installationskünstler und Bildhauer lehnt es ab, dass Kulturschaffende sich als
Aktivisten begreifen. Dabei bezieht er in seinen eigenen Arbeiten dezidiert
Position zu gesellschaftlichen Fragen und politischen Auseinandersetzungen – ob
es um Migration, Krieg oder um die Einheit Europas geht. Daneben engagiert er
sich für seine freischaffenden Kolleg*innen im Berufsverband Bildender
Künstlerinnen und Künstler und als Initiator und Manager der Halle 6 in
Münchens Kreativquartier. Dort finden Kunstschaffende der Freien Szene Raum zum
Arbeiten und zum Wohnen. Denn Schnurer ist überzeugt: die Kreativen sind der
Schlüssel, wenn es darum geht,...

Friedrich Ani über das Erfinden von Namen, über den bayerischen Dialekt und über Kochel am See

Friedrich Ani über das Erfinden von Namen, über den bayerischen Dialekt und über Kochel am See

‧ 14m 59s

„Kunst findet nicht in einem leeren, abseitigen
Raum statt“, sagt Friedrich Ani. Der Schriftsteller erschafft in seinen
Kriminalromanen Figuren, wie man sie auch im echten Leben antreffen könnte. Unter
anderem ist auch das ein Grund für die Popularität seiner Bücher. Nachdem Ani
seit nunmehr dreißig Jahren fiktive Geschichten ersinnt, hat er zuletzt mit Schlupfwinkel
ein autobiografisches Buch geschrieben, in dem er sich an sein Aufwachsen in
einem bayerischen Dorf als Sohn einer Schlesierin und eines syrischen Arztes
erinnert. Ob autobiografisch oder frei erfunden: Friedrich Ani entwickelt seine
Figuren in einer Welt von heute, wo sie sich den Problemen und den...

Manuela Hartel über Naturerleben, über den Ministrantendienst und über transparente Gazen

Manuela Hartel über Naturerleben, über den Ministrantendienst und über transparente Gazen

‧ 14m 55s

„Viele Menschen
suchen in der Kunst und in der Religion Ähnliches“, sagt Manuela Hartel. Die
Video- und Installationskünstlerin sieht in der Kombination aus sinnlicher
Wahrnehmung und geistig-spiritueller Dimension die Antwort auf ein menschliches
Grundbedürfnis, das beide Bereiche verbindet. In ihren Arbeiten vereint sie
Elemente verschiedener Kunst-Genres von Musik, über Theater bis hin zu
bildender Kunst zu ganz eigenen Formen künstlerischen Ausdrucks. Dabei arbeitet
Manuela Hartel oft mit Licht und lässt so aus Räumen illusionistische Orte
entstehen, die Neugier wecken und zum Nachdenken anregen.

 

https://manuelahartel.de/

https://www.staatsoper-stuttgart.de/spielplan/a-z/station-paradiso/

Georg-Albrecht Eckle über Konsequenz, über Modulfetischismus und über den Mut zur eigenen Persönlichkeit

Georg-Albrecht Eckle über Konsequenz, über Modulfetischismus und über den Mut zur eigenen Persönlichkeit

‧ 14m 39s

„Unsere Kultur
geht darauf aus, dass wir Modelle geschäftstüchtig machen“, sagt Georg-Albrecht
Eckle. Der Autor hat sich der Kultur von vielen unterschiedlichen Blickwinkeln aus
kritisch genähert: als Dramaturg, Theaterleiter, Kritiker, Regisseur und in zahlreichen
anderen Funktionen hat er ein tiefes Verständnis dafür entwickelt, was das
Wesen von Kultur ausmacht. Für ihn gipfelt es im Schaffen solcher Persönlichkeiten
wie des Philosophen Hegel, des Dichters Hölderlin und des Komponisten Beethoven:
Sie zeigen in ihrer Arbeit, dass es auf den Prozess ankommt und nicht auf ein
fixiertes Resultat. Von dieser Erkenntnis kann die Gesellschaft profitieren,
ist Eckle überzeugt. Denn die Ergebnisoffenheit im...