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Tanja Cummings über ihren Weg zum Dokumentarfilm, die Offenheit von Jugendlichen und Hitchcocks Storyboards

Tanja Cummings über ihren Weg zum Dokumentarfilm, die Offenheit von Jugendlichen und Hitchcocks Storyboards

14m 10s

„Diese Welt ist komplett untergegangen“, sagt Tanja Cummings, wenn sie von den jüdischen Gemeinden in Polen spricht, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind. Seit 2007 arbeitet die Filmemacherin und Regisseurin mit Zeitzeugen zusammen, welche die Gräuel des Nationalsozialismus überlebt haben und hält so die Erinnerung an eine Kultur wach, in der Ost und West sich begegnen. Ursprünglich hat Tanja Cummings Philosophie und Anglistik studiert und ist dann eher per Zufall zum Filmemachen gekommen. Auch das zentrale Thema ihrer filmischen Dokumentationen, die vom jüdischen Leben zwischen Deutschland und Polen handeln, hat sich eher zufällig ergeben, als sie aus Interesse an...

Bernd Zimmer über große Bildformate, unser Verhältnis zur Natur und über den Wandel im Kulturbetrieb

Bernd Zimmer über große Bildformate, unser Verhältnis zur Natur und über den Wandel im Kulturbetrieb

14m 39s

„Der Betrachter malt die Bilder zu Ende“, sagt Bernd Zimmer. Der Maler und bildende Künstler will den Menschen mit seinen Kunstwerken kein fertiges Weltbild vorsetzen. Er selbst hat auf eher verschlungenen Pfaden zum Malen gefunden, als er die großformatigen Gemälde der mexikanischen Muralisten entdeckte. Nach seinem Durchbruch als Vertreter der „Neuen Wilden“ im Berlin der 1980er Jahre ist er dem großen Format treu geblieben. Dabei fand er durch das Nachdenken über den Menschen und die Natur sowie durch das Betrachten von Landschaften zu seinem ganz persönlichen Stil. Vor kurzem hat er mit der Säulenhalle Stoa169 im oberbayerischen Polling seinen großen...

Alexandra Kertz-Welzel über die Macht der Musik, utopisches Denken und über den Wert von Musikunterricht in der Schule

Alexandra Kertz-Welzel über die Macht der Musik, utopisches Denken und über den Wert von Musikunterricht in der Schule

15m 6s

„Es ist naiv zu glauben, wir singen ein Lied und die Welt ist besser“, sagt Alexandra Kertz-Welzel. Die Professorin für Musikpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München untersucht, wie Musik und musikalische Bildung die Menschen und die Welt verändern können. Dabei nutzt sie ihre internationale Forschungserfahrung, um auch den Wert von Ideen zu prüfen, die bei uns wenig bekannt sind, wie Community Music oder utopisches Denken. Insbesondere letzterem spricht Alexandra Kertz-Welzel eine gesellschaftsverändernde Kraft zu. Eine Kraft, die ihre Wirkung besonders in Kunst und Musik entfaltet, wo das Utopische ohnehin zuhause ist.

Anna Bardavelidze über den Weg zum Schauspielberuf, deutsche und georgische Kultur und über das Machtgefälle im Theaterbetrieb

Anna Bardavelidze über den Weg zum Schauspielberuf, deutsche und georgische Kultur und über das Machtgefälle im Theaterbetrieb

14m 53s

„Alles, was im öffentlichen Raum passiert, ist auf eine Art und Weise politisch“, meint Anna Bardavelidze. Gerade erst hat die junge Schauspielerin mit deutsch-georgischen Wurzeln ihr Schauspielstudium in Frankfurt abgeschlossen und ist ab der Saison 2022/2023 bereits Mitglied im Ensemble des Münchner Residenztheaters. Sie weiß allerdings, dass es nicht immer so selbstverständlich glatt laufen muss in ihrem Traumberuf. Und dass die Chancen nicht für alle gleich sind. Daher wünscht sie sich Projekte, die auch weniger privilegierte Menschen als Akteur*innen in den Theaterbetrieb hereinholen. Und zwar nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne und dort, wo die Entscheidungen gefällt werden.

Martin Hielscher über den Literaturbetrieb, die prekäre Existenz von Autor*innen und das Schreiben als eine Form des Wachseins

Martin Hielscher über den Literaturbetrieb, die prekäre Existenz von Autor*innen und das Schreiben als eine Form des Wachseins

15m 21s

„Ich bin relativ sicher, dass es einen Schrumpfungsprozess geben wird“, sagt Martin Hielscher. Der Cheflektor im Literaturprogramm des Münchner Beck-Verlags sieht die Zukunft des Literaturbetriebs mit Sorge. Einerseits seien der Buchhandel, die vielfältige Verlagslandschaft und das deutschsprachige Feuilleton im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Andererseits sind die Verkaufszahlen im Buchmarkt seit einiger Zeit deutlich rückläufig. Seit vielen Jahren begleitet und unterstützt Hielscher arrivierte Schriftsteller*innen bei der Entstehung ihrer Bücher. Schreiben ist für ihn sowohl ein schwieriger und harter Arbeitsprozess als auch eine der bereicherndsten Ausdrucks- und Erkenntnismöglichkeiten.

Wilfried Hiller über künstlerische Neugier, außereuropäische Musik und Tabus beim Komponieren

Wilfried Hiller über künstlerische Neugier, außereuropäische Musik und Tabus beim Komponieren

15m 34s

„Ich bin ja selber ein Kind geblieben“, sagt Wilfried Hiller. Der Komponist zählt im Bereich der zeitgenössischen Musik zu den erfolgreichsten – und ist zugleich ein Einzelgänger, der vom Publikum geliebt, in der Szene aber von Anfang an kritisch beäugt wurde. Als Schüler von Carl Orff bezog er schon früh Position gegen die Dogmen der musikalischen Avantgarde und war dann einer der ersten, die sich von fremden Musikkulturen inspirieren ließen. Mit seiner Musik für Kinder nahm Hiller es bewusst in Kauf, von vielen als Komponist nicht ernst genommen zu werden. Dafür bescherte ihm seine enge Freundschaft mit dem Schriftsteller Michael...

Achim Seger aka Waseem über gesellschaftliches Engagement, Sexismus im Hip-Hop und Political Correctness

Achim Seger aka Waseem über gesellschaftliches Engagement, Sexismus im Hip-Hop und Political Correctness

14m 41s

„Ich glaube nicht, dass es unpolitische Räume und Künste gibt“, sagt Waseem. Für den DJ, Rapper, diplomierten Betriebswirt und gebürtigen Münchner mit ägyptischen Wurzeln ist gesellschaftliches Engagement ein Muss. Jeder in unserem Land sollte seinen Teil dazu beitragen, damit das Leben für alle besser wird, findet er. Künstlerinnen und Künstler stehen für ihn dabei in einer besonderen Verantwortung, sich gegen jede Form von Diskriminierung zu erheben. Auch darum fühlt er sich dem Hip-Hop verbunden. Denn dort ist die enge Verbindung von Kunst und politischem Aktivismus seit jeher selbstverständlich.

Teresa Reichl  übers Gendern, Klassiker im Schulunterricht und den Nutzen digitaler Kanäle für Literaturvermittlung

Teresa Reichl übers Gendern, Klassiker im Schulunterricht und den Nutzen digitaler Kanäle für Literaturvermittlung

14m 56s

„Wenn man sich die deutsche Sprache anschaut, merkt man, dass sie von Männern gemacht worden ist“, sagt Teresa Reichl. Als studierte Lehrkraft für Deutsch und Englisch weiß die Poetry Slammerin und Kabarettistin, wovon sie spricht. Und ärgert sich darüber, was den Kindern in der Schule noch immer an Lektüre zugemutet wird. Um das zu ändern, stellt sich Teresa statt ins Klassenzimmer lieber vor die Kamera und vermittelt ihrem jungen Publikum auf YouTube, TikTok & Co., worum es bei den großen Klassikern geht. Gleichzeitig verfolgt sie ihre Bühnenkarriere und startet mit ihrem ersten Soloprogramm auf „Hochbayrisch“, wie sie es nennt, so...

Thalia Schoeller über Theaterberufe, das Schulsystem und über junge Menschen im Kulturbetrieb

Thalia Schoeller über Theaterberufe, das Schulsystem und über junge Menschen im Kulturbetrieb

14m 36s

Thalia Schoeller über Theaterberufe, das Schulsystem und über junge Menschen im Kulturbetrieb

„Es gibt ein inszeniertes Bild vom Kindsein, das der Lebensrealität vieler junger Menschen nicht gerecht wird“, sagt Thalia Schoeller. Die Theatermacherin ist selbst erst kürzlich 19 Jahre alt geworden und schon seit einigen Jahren im professionellen Theaterbetrieb zuhause. Wegen ihrer Jugend musste sie immer wieder gegen Vorurteile und Bevormundung ankämpfen. Doch die erstaunliche Künstlerin lässt sich nicht entmutigen, sondern tut etwas gegen den Adultismus, wie die Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen genannt wird. Neben der Gründung eines Jugendtheaterrats, hat sie inzwischen viele Erfahrungen in verschiedenen Theater-Berufen gesammelt und...

Julia Walk über notwendigen Optimismus als junge Künstlerin, den „Male Gaze“ und über Werbeästhetik in der Kuns

Julia Walk über notwendigen Optimismus als junge Künstlerin, den „Male Gaze“ und über Werbeästhetik in der Kuns

14m 38s

„Ich möchte nicht mit einer Moralkeule auf jemanden eindreschen“, sagt Julia Walk. Die junge Künstlerin hat in ihrer Diplomarbeit an der Münchner Akademie der bildenden Künste erst kürzlich Muskelmänner mit farbigem Zuckerguss übergossen. Dieses Material eignet sich hervorragend, um ihre künstlerischen Anliegen sichtbar zu machen. Und die haben vor allem mit Geschlechterstereotypen, mit Körperlichkeit und mit Sexismus zu tun – ernste Themen, die Julia Walk spielerisch mit Humor in kraftvollen Farben präsentiert. Einen Eindruck von ihren Arbeiten gewinnt man unter juliawalk.com und auf Instagram https://www.instagram.com/julia_walk/.