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Şeyda Kurt über Abhängigkeitsverhältnisse, das neue Biedermeier und über toxische Romantik

Şeyda Kurt über Abhängigkeitsverhältnisse, das neue Biedermeier und über toxische Romantik

‧ 15m 7s

„Mich haben schon immer die Zwischenräume von Macht und Gewalt interessiert“, sagt Şeyda Kurt. Die Kulturjournalistin und Sachbuchautorin lässt sich nicht von Klischees hinters Licht führen. Stattdessen hinterfragt sie scheinbar Selbstverständliches wie gesellschaftliche Normen, traditionelle Beziehungsmuster und Gefühle. In ihrem Buch Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist deckt sie Strukturen von Gewalt und Macht auf, die sich unter dem Deckmantel der Liebe unbemerkt entfalten. Sie plädiert für eine Kultur der Offenheit, Ehrlichkeit und des Respekts in Liebes- und Freundschaftsbeziehungen. Das Thema brennt offenbar vielen Menschen auf den Nägeln, denn mit ihrer Veröffentlichung hat Şeyda Kurt einen Bestseller gelandet. Ebenso...

Rudolf Herfurtner über deutsche Schlager, glückliche Zufälle, und den Schmerz am Schreibtisch

Rudolf Herfurtner über deutsche Schlager, glückliche Zufälle, und den Schmerz am Schreibtisch

‧ 14m 48s

„Es gibt niemanden, der ein Gen für Volksmusik hat und ein Gen für Schönberg“, sagt Rudolf Herfurtner. Der Schriftsteller und Autor von Jugendbüchern hat seit seiner Kindheit für Musik viel übrig. Dass ihm einmal ausgerechnet die klassische Musik besonders wichtig sein würde, war ursprünglich nicht abzusehen. Denn sein Elternhaus hatte mit Hochkultur nichts am Hut. Erst durch Brüche in seinem Lebenslauf kam Herfurtner mit Oper, Oratorium und Orchester in Kontakt und hat seither eine regelrechte Leidenschaft für die Klassik entwickelt. Mittlerweile mischt er selbst im Musikbetrieb mit: als Librettist arbeitet er mit Komponisten wie Wilfried Hiller und HK Gruber zusammen,...

 Lydia Grün über musikalische Bildung, Vermittlung als Beziehungspflege und das Experimentierfeld Digitalität

Lydia Grün über musikalische Bildung, Vermittlung als Beziehungspflege und das Experimentierfeld Digitalität

‧ 15m 13s

„Bei uns werden die Gestalterinnen und Gestalter von morgen ausgebildet“, sagt Lydia Grün. Seit einem halben Jahr trägt sie als Präsidentin der Hochschule für Musik und Theater München Verantwortung dafür, dass junge Musikschaffende bestmöglich auf ihr Berufsleben vorbereitet werden – angesichts des Wandels in der Musikbranche eine enorme Herausforderung. Denn um dafür gut gerüstet zu sein, braucht es heute viel mehr als die perfekte Beherrschung des Instruments. Als ehemalige Professorin für Musikvermittlung möchte Lydia Grün bei den Künstlerinnen und Künstlern eine innere Haltung fördern, welche die Welt und die Gesellschaft nicht aus dem Blick verliert.

Jaromir Konecny über künstliche Intelligenz, Polizistenwitze und lebenslanges Lernen

Jaromir Konecny über künstliche Intelligenz, Polizistenwitze und lebenslanges Lernen

‧ 15m 4s

„Ich wünsche mir, dass die etablierte Kultur nicht so abschätzig auf uns herabschaut“, sagt Jaromir Konecny. Der Poetry Slammer ist ein Urgestein der Münchner Kleinkunstszene – aber keineswegs nur das. Die Aktivitäten des gebürtigen Tschechen sind so vielfältig wie sein Lebenslauf. Neben Auftritten als Slammer und Kabarettist ist er erfolgreicher Schriftsteller und hat eine beachtliche Karriere als Wissenschaftler hingelegt. Als KI-Experte ist er besonders gefragt und bringt sein Wissen gerne auf unterhaltsame Weise auch in seine Bühnenprogramme ein.

https://www.jaromir-konecny.de/
https://www.mobile-university.de/ueber-uns/hochschulteam/konecny-jaromir/

Anna Kleeblatt über partizipative Festivals, Kulturorte der Zukunft und Wildbienen in München

Anna Kleeblatt über partizipative Festivals, Kulturorte der Zukunft und Wildbienen in München

‧ 15m 12s

„Wir brauchen diese sogenannten dritten Orte, die einladen, sich dort aufzuhalten“, sagt Anna Kleeblatt. Die Münchner Kulturmanagerin setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass Bayerns Kultur erhalten und allen Menschen zugänglich gemacht wird. Zum Beispiel indem man Theaterfoyers zu Treffpunkten für die ganze Gesellschaft macht. Dafür braucht es keineswegs mehr Geld, meint sie, sondern vor allem einen Plan, den man bei den politisch Verantwortlichen bisher vergeblich sucht. Um das zu ändern, hat Anna Kleeblatt die Initiative „Kulturzukunft Bayern“ mitbegründet, die von den Politikern tragfähige Konzepte für die Zukunft einfordert. Ihre Vision von einer Kultur, die von der breiten Gesellschaft...

Tanja Cummings über ihren Weg zum Dokumentarfilm, die Offenheit von Jugendlichen und Hitchcocks Storyboards

Tanja Cummings über ihren Weg zum Dokumentarfilm, die Offenheit von Jugendlichen und Hitchcocks Storyboards

‧ 14m 10s

„Diese Welt ist komplett untergegangen“, sagt Tanja Cummings, wenn sie von den jüdischen Gemeinden in Polen spricht, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind. Seit 2007 arbeitet die Filmemacherin und Regisseurin mit Zeitzeugen zusammen, welche die Gräuel des Nationalsozialismus überlebt haben und hält so die Erinnerung an eine Kultur wach, in der Ost und West sich begegnen. Ursprünglich hat Tanja Cummings Philosophie und Anglistik studiert und ist dann eher per Zufall zum Filmemachen gekommen. Auch das zentrale Thema ihrer filmischen Dokumentationen, die vom jüdischen Leben zwischen Deutschland und Polen handeln, hat sich eher zufällig ergeben, als sie aus Interesse an...

Bernd Zimmer über große Bildformate, unser Verhältnis zur Natur und über den Wandel im Kulturbetrieb

Bernd Zimmer über große Bildformate, unser Verhältnis zur Natur und über den Wandel im Kulturbetrieb

‧ 14m 39s

„Der Betrachter malt die Bilder zu Ende“, sagt Bernd Zimmer. Der Maler und bildende Künstler will den Menschen mit seinen Kunstwerken kein fertiges Weltbild vorsetzen. Er selbst hat auf eher verschlungenen Pfaden zum Malen gefunden, als er die großformatigen Gemälde der mexikanischen Muralisten entdeckte. Nach seinem Durchbruch als Vertreter der „Neuen Wilden“ im Berlin der 1980er Jahre ist er dem großen Format treu geblieben. Dabei fand er durch das Nachdenken über den Menschen und die Natur sowie durch das Betrachten von Landschaften zu seinem ganz persönlichen Stil. Vor kurzem hat er mit der Säulenhalle Stoa169 im oberbayerischen Polling seinen großen...

Alexandra Kertz-Welzel über die Macht der Musik, utopisches Denken und über den Wert von Musikunterricht in der Schule

Alexandra Kertz-Welzel über die Macht der Musik, utopisches Denken und über den Wert von Musikunterricht in der Schule

‧ 15m 6s

„Es ist naiv zu glauben, wir singen ein Lied und die Welt ist besser“, sagt Alexandra Kertz-Welzel. Die Professorin für Musikpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München untersucht, wie Musik und musikalische Bildung die Menschen und die Welt verändern können. Dabei nutzt sie ihre internationale Forschungserfahrung, um auch den Wert von Ideen zu prüfen, die bei uns wenig bekannt sind, wie Community Music oder utopisches Denken. Insbesondere letzterem spricht Alexandra Kertz-Welzel eine gesellschaftsverändernde Kraft zu. Eine Kraft, die ihre Wirkung besonders in Kunst und Musik entfaltet, wo das Utopische ohnehin zuhause ist.

Anna Bardavelidze über den Weg zum Schauspielberuf, deutsche und georgische Kultur und über das Machtgefälle im Theaterbetrieb

Anna Bardavelidze über den Weg zum Schauspielberuf, deutsche und georgische Kultur und über das Machtgefälle im Theaterbetrieb

‧ 14m 53s

„Alles, was im öffentlichen Raum passiert, ist auf eine Art und Weise politisch“, meint Anna Bardavelidze. Gerade erst hat die junge Schauspielerin mit deutsch-georgischen Wurzeln ihr Schauspielstudium in Frankfurt abgeschlossen und ist ab der Saison 2022/2023 bereits Mitglied im Ensemble des Münchner Residenztheaters. Sie weiß allerdings, dass es nicht immer so selbstverständlich glatt laufen muss in ihrem Traumberuf. Und dass die Chancen nicht für alle gleich sind. Daher wünscht sie sich Projekte, die auch weniger privilegierte Menschen als Akteur*innen in den Theaterbetrieb hereinholen. Und zwar nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne und dort, wo die Entscheidungen gefällt werden.

Martin Hielscher über den Literaturbetrieb, die prekäre Existenz von Autor*innen und das Schreiben als eine Form des Wachseins

Martin Hielscher über den Literaturbetrieb, die prekäre Existenz von Autor*innen und das Schreiben als eine Form des Wachseins

‧ 15m 21s

„Ich bin relativ sicher, dass es einen Schrumpfungsprozess geben wird“, sagt Martin Hielscher. Der Cheflektor im Literaturprogramm des Münchner Beck-Verlags sieht die Zukunft des Literaturbetriebs mit Sorge. Einerseits seien der Buchhandel, die vielfältige Verlagslandschaft und das deutschsprachige Feuilleton im internationalen Vergleich gut aufgestellt. Andererseits sind die Verkaufszahlen im Buchmarkt seit einiger Zeit deutlich rückläufig. Seit vielen Jahren begleitet und unterstützt Hielscher arrivierte Schriftsteller*innen bei der Entstehung ihrer Bücher. Schreiben ist für ihn sowohl ein schwieriger und harter Arbeitsprozess als auch eine der bereicherndsten Ausdrucks- und Erkenntnismöglichkeiten.